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Back To Future 2007
Bericht #1 zum Back-To-Future 2007

Rico ist nicht nur bei St.Pauli :

Nach dem Erfolg 2006 waren alle, die mit dem „Back to Future“ vertraut sind, topmotiviert. Bandkontakte wurden zeitig geknüpft und das Konzept Glaubitz-Open-Air sollte noch besser und besucherfreundlicher (bessere Zeltmöglichkeiten, mehr Getränkewagen ect.) werden. Leider zeichneten sich hier die unterschiedlichen Auffassungen der verschiedenen Protagonisten dieses Open Air`s ab und schließlich trennte man sich im Frühjahr.

Ein gefundenes Fressen für die örtlichen Provinzpolitiker, denn ohne den örtlichen Kulturverein, war schnell klar, dass es kein Back to Future in Glaubitz geben sollte.

Für mich bis heute unverständlich, denn hatte die Region, deren Schlagzeilen von Naziüberfällen, Hauptquartier der Deutsche Stimme und andere Widerwärtigkeiten geprägt war, mit einem klar antifaschistisch friedlichem Festival, nicht nur regional Pluspunkte gesammelt. Künstler und Besucher aus allen Teilen der Welt feierten über viele Jahre ein unvergessliches Wochenende im sächsischen Glaubitz.

Nun musste alles ganz schnell gehen. Durch die Kürze der Zeit war eine Vereinsgründung nicht mehr möglich und so wurde zu dritt eine GbR gegründet, die es sich zur Aufgabe machte, dieses traditionsreiche Festival weiterzuführen. Ein neuer Veranstaltungsort wurde auch schnell auf der Halbinsel Pouch, unweit des Sachsen-Anhaltinischen Bitterfeld gefunden. Ein riesiges Naturschutzgebiet mit einem halbrunden Amphitheater als Hauptbühne machte einen perfekten Eindruck.

Etliche freiwillige Helfer aus dem Bekannten- und Freundeskreises wollten dieses "Mammutprojekt" unterstützen. Doch es kam alles ganz anders...

Am ersten Tag der Aufbauphase wurde Holger, einer von den drei Veranstaltern auf tragische Weise von einem Blitzschlag getötet. Alle die ihn kannten oder das Unglück miterleben mussten, waren geschockt! Alles wurde in Frage gestellt. Letztlich wurde nach langen Diskussionen und nach Rücksprache mit Holger's Familie beschlossen weiter zu machen.

Von jetzt an war natürlich alles Nebensache, aber trotzdem versuchte man das Festival irgendwie über die "Bühne" zu bekommen. Der Freitag ging vielversprechend los, bis zum frühen Nachmittag waren hunderte von Besuchern angereist. Doch der Wetterbericht sollte nichts Gutes verheißen...

Das Line Up war grandios. Mit Bands wie The Damned , The Boys , Die Walter 11 sowie den "Poucher" Lokalmatadoren um nur ein paar zu nennen , war man bandmäßig gut gerüstet.

Gegen Abend stagnierte die Besucherzahl, doch waren die, die gekommen sind bestens gelaunt und feierten eine fette Party. Die Back To Future Crew hoffte auf den Samstag, weil in den letzten Jahren erfahrungsgemäß etliche Leute mehr anreisten.

Aber viele hatten wahrscheinlich den Wetterbericht gehört und überlegten es sich anders. Bis zum späten Nachmittag hielt das zum Teil sommerliche Wetter an, doch gegen Abend begann es aus allen Kübeln zu schütten und wurde nur durch heftige Gewitter "unterbrochen". In Anbetracht des tragischen Vorfalls beim Aufbau, war einigen Besuchern und Crewmitgliedern zeitweise mehr als mulmig zu Mute und so wurde noch in der Nacht nach Überflutung des Konzertzeltes und Zeltplatzes, beschlossen den Festivalsonntag zu canceln. Ein unglaublich beschissenes Pech in diesem Jahr. Was aber Mut machte, war die unglaubliche Solidarität, angefangen von Holger's Familie über Freunde, Bands und letztendlich den BesucherInnen . Nicht unerwähnt soll auch die Spendenbereitschaft für Holger's kleine Tochter Natalie bleiben.

Alle Beteiligten (Helfer und Veranstalter) sagten noch während des Abbaus, dass das Back to Future unbedingt auch 2008 durchgeführt werden muss.

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