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Bericht #1 zum Back-To-Future 2004
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Moloko-Plus.de berichtet:
Hey man, das Ding startet schon 17.30 Uhr, selbst für mich der nicht unbedingt der arbeitenden Bevölkerung angehört ein verdammt
früher Beginn. Doch seit unserem Ausflug in die Slowakei bin ich auf alles gefasst. Um 7 sollen schon die Shocks verheizt werden, also
heißt es sich sputen.
Tatsächlich kurz vor 7 schiebt sich unser Pfeffimobil auf den Zeltplatz und wir parkieren in netter Gesellschaft (ob das Olli und Katrin genauso
sahen, als sie zu vorgerückter Stunde MP Style Experte Ecke in ihrem Zelt fanden? Übrigens weiße rückenfreie Doppelrippunterhemden
mit dezenten Tarnfarbenmustern sollen laut Ecke der letzte Schrei sein!).
Ein wenig Smalltalk hier ein wenig Fachsimpeln da und ab Richtung Festivalgelände. Noch schnell den Metropol-Nightliner besichtigt (Jungs, alles
Gute!) und mit kleinen Schwierigkeiten am Einlass vorbei (Mercie Herr Kunze) und die in den letzten Zügen liegenden Jungs von Frontal Daneben
begutachtet. HC Punk, ne deftige Eröffnung. Sittenstrolche aus weiter Entfernung und kühlem Bier verweigert. Danach mit reichlich 90 min
ütiger Verspätung die Berliner.
Ich frag mich immer noch warum die Band vor 4/ 5 Jahren noch nicht bei mir gezündet ist. Es gab schon damals vereinzelte Lobhudeleien, ich fand
das Trio aber immer etwas blutleer. Inzwischen bin ich bekennender Shocks Fan und mit „No America“ ist den Jungs ein verdammter Kracher gelungen. Mir
spuckt die ganze Zeit „You have no house, you have no car, what do you want in america?“ im Kopf rum. Grandios! Macht ein Video und ich vote zum ersten
Mal bei Viva Plus – versprochen.
Danach kamen Shark Soup die für die leider daheim gebliebenen One Man Army eingesprungen sind. Ein netter Versuch, mehr nicht. Mit One Man Army
können sich nur wenige messen.
Doch nach einem Tief kommt immer auch ein Hoch und die Briefs waren gleich das musikalische Highlight des Wochenendes. Was soll ich zu den Jungs aus
Seattle sagen. Hammer. Ich glaub für Bassist Lance war einer von den Newtown Animals am Start, doch das gab keinerlei Probleme. Weshalb der Wechsel,
konnte ich aber nicht in Erfahrung bringen. Aufgedrehte Musikanten auf, zahlreiche Gäste vor der Bühne.
Den Turbo A.C.'s war es danach nicht möglich (zumindest meines Empfindens nach, die Allgemeinheit wird hier u.U. anderer Meinung sein), die
vorgelegte Messlatte nicht zu reißen. Egal, die New Yorker haben einen ganzen Sack guter Songs im Gepäck und waren mit Sicherheit eine der
besten Bands des Festivals.
In Anbetracht dessen, dass mich die Tornados weder zu Beifallsbekundungen noch zu irgendwelchen anderen Aktivitäten bewegten und ich Mad Sin in den
letzten Jahren doch einige Male sehen durfte, entschloss ich mich, mich für ne Weile im Bus zu verkriechen um Lousy und Commando im Aftershow Zelt
gebührend abzufeiern, schließlich hatte mir Lousy Shouter Böhme schon zugetragen mit welchem Outfit er heute auf die Massen losgeht.
Leider war niemand in der Lage meine Tiefschlafphase zu unterbrechen, wahrscheinlich träumte ich gerade von kaltem wohl schmeckenden Bier, warmen
Grillspezialitäten und Marmor WC's. Ich war aber auch kaputt!
Natürlich kam es wie es kommen musste, die letzten Gäste hatten noch warmes Bier im Kofferraum, tolle Kassetten im Tapedeck und mussten dies
auch allen „Nachbarn“ kundtun - ich war um 6 munter. Danke! Später kassierten sie auch noch nen fetten Anschiss für die Musik die sie mir da
im Halbschlaf angetan haben. Aussagen anwesender Fachleute zu urteilen müssen Pöbel und Gesocks oder Böhse Onkelz noch das harmloseste
gewesen sein. Soll ich mich jetzt ärgern, dass ich die ganze Scheiße gar nicht kenne? Ich sag nein!
Irgendwann zog dann auch Leben in den anliegenden Zelten ein. Ecke präsentierte uns die neuesten Stilblüten in Sachen Festival Houte Couture
(oben beschriebenes Dreckhemd) und nach ewigen Diskussionen ging es dann in den Schimmel, unsere Stammkneipe in Glaubitz. Verwundert rieben wir uns die
Augen – wir waren die Ersten. Schnell stieg die Stimmung und dank Froschbenzin (Pfefferminzlikör, so getauft von unserem HC Brennolie aka Tom
Skymarshall) wurde es schnell gemütlich. Schlachtgesänge, schlechte Witze und einem Gesprächsniveau, dass die Herren Lokalmatadore wohl
nicht einmal als „mehr als dürftig“ eingestuft hätten gaben ihr übriges. Wir fanden Freunde (2) und machten uns Feinde (10 + ???). The
same procedure as last year.
Nach Muskelspiel und kleiner Schuppserei ging's wieder zurück Richtung Festgelände, wo die Herren Freiboiter zum Zuge kamen. Sorry, mich
interessierte zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts. Auch die Astro Zombies gingen an mir vorbei, da hielt ich aber noch ein bisschen mehr Abstand von der
Bühne. Ganz interessant waren die Vaders. Bombshell Rocks mäßiger Street Punk. Ein wenig stylisher (Vergleich: Swing A-Go-Go Babies!)
und die Sache käme noch ne ganze Ecke gediegener daher.
Im Vorfeld kam von einigen Leuten ich müsste mir die Stage Bottles unbedingt ansehen, denn die neue Platte wäre wirklich gut. Doch die
Offenbacher Red Skins konnten mich während ihres ¾ stündigen Sets nicht davon überzeugen in den Besitz der Scheibe kommen zu
müssen.
Down And Away sind für mich ne ganz kleine Nummer. Sicher tue ich den Jungs damit Unrecht, aber ich finde die unwahrscheinlich belanglos. Es klingt
bestimmt sehr überheblich, für mich waren Voice Of A Generation ne Superband als Sänger Charlie Voice den Platz am Mikro inne hatte,
alles andere danach war nur ein warmer Aufguss. Und so kalt wie mich Mad Max bei VOAG ließ, so unbeeindruckt bin ich von Down And Away. Dabei sind
die Schweden aber sicher keine Band vor der man davonlaufen muss, aber egal.
Von den Peepshows bekam ich dann genau das was ich wollte. Nen fetten Tritt in den Arsch und mit schön Schmackes bitte, d.h. inzwischen sogar mit
ner Elektroorgel. Nicht schlecht Herr Specht.
Für den Otto Normal Gast, kam jetzt sicherlich der Höhepunkt von Glaubitz 2004. Die göttlichen Lokalmatadore. Ich geb zu, da lasse ich
mich gern mitreißen. Und in so netter Gesellschaft, wie ich sie inzwischen gefunden hatten erst recht. Kam die Idee zur nächsten Bild
Zeitungsschlagzeile „Schneckenalarm: Heiratsantrag beim Lokalmatadore Konzert“ von dir oder mir? Tausend Kehlen grölten dann auch den letzten Hit
der Mülheimer mit und sie räumten den Platz für die dänischen Movement. Da ich mich von finanziellem Engpass zu finanziellem
Engpass hangle, konnte ich mir noch nicht die viel umjubelte Movement Scheibe zulegen und so bleibt mir nicht mehr die Dänen nach ihren Liveauftritten
zu beurteilen.
Das ist alles im grünen Bereich, doch so richtig weggekickt haben die mich noch nicht. Mal sehen, mit den Shocks hat es auch einige Jahre
gebraucht.
Inzwischen merkte ich deutlich, wie lange ich schon Bier in mich rein schüttete und so lecker wie bei das Bier der Kollegen in Tschechien war das
hier kredenzte Feldschlösschen nicht und so nahm ich mir ne Auszeit und trabte Richtung Bus. Da hatten sich schon einige Meteros Verweigerer
eingefunden und als neu hinzu Gestoßener bekam ich glatt noch ein Steak. So kurz vorm schlafen gehen, soll man ja nix mehr essen, aber egal das
After Show Zelt musste auch heute ohne mich auskommen. Ich bewunderte noch die Folgen des Getränkeunfalls des Exilbajuwaren. Nicht schlecht,
eingegipster Unterarm und verbundener Knöchel, wenn jeder Frühschoppen so aus geht – gute Nacht. Reichlich unspektakulär war der
Sonntagmorgen und unser Weg nach Hause. Dusche, WC – ihr habt mich wieder!
Resümierend ne ganz ordentliche Geschichte. Bis auf einen winzigen Nieselschauer am Freitagabend war tolles Wetter. Mit der Mischung aus Punk, Oi
und Psycho hat man weit über 1.000 Leute nach Glaubitz gelockt. Sicher ein Erfolg. Allerdings sieht man die angebotenen Bands auch unterm Jahr
regelmäßig, weshalb ich es unterstützen würde, die ein oder andere Überraschung ins Programm zu packen. HOLM!!!
PS.: Das Bier war dieses Jahr teurer!
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