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Bericht #1 zum Back-To-Future 2003
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Schon wieder dieser Sachsenpunk.de:
ich halte mich mal ausnahmsweise etwas kürzer und schreibe nur was zu den von mir gesehenen bands, da alles andere zu intensiv (alllohollll....),
belanglos (in der sonne schmoren) und mir jetzt zu zeitaufwendig (müdigkeit) wäre. nur soviel: es war hart und ich habe mir mal wieder total
den rücken verbrannt. alles andere ist scheissegal. dass die lokalmatadore nicht spielen würden hatte ich im vorfeld gerüchterweise
bereits mitbekommen, was mir letztlich aber auch gediegen am arsch vorbeiging. pünktlich 19 uhr angekommen, enterten wir für den gegenwert
von 22 euro (beide tage) das relativ kleingeräumige festivalgelände, um uns die motras aus karl-marx-stadt anzusehen, die auf meiner
imaginären "die will ich unbedingt sehen"-liste ganz weit oben standen und was soll ich grossartig um den heissen brei herumschreiben,
ich liebe diese band für jedes gottverdammte stück, ob nun "got a vision", "highschool heartbreaking", "tv's on
" oder das supergeile "gwone". das ist minimal gespielter punkrock mit maximalem output. schade, dass sie als erste band "verheizt
" worden, denn sie sind wirklich eine der besten bands, die der freistaat im moment zu bieten hat und viele amibands locker alt aussehen lässt.
die rejected youth habe ich nur zur hälfte gesehen, da ich es als wichtiger empfand, dem körper literweise radler zuzuflößen, wobei
ich noch bis in den späten samstagabend an den folgen zu leiden hatte. aber bei 2 euro preis pro bierbecher nahm man den etwa 400 meter langen weg
zum auto bzw. zelt gern in kauf. ok, ich schweife ab - rejected youth waren ok und haben auch in politischer hinsicht noch einiges zu sagen, was bei
streetpunk-bands aus deutschen landen auch eher eine seltenheit ist. mensen aus norwegen waren recht brauchbar, haben ihren sound aber letztlich auch
nur aus turbonegro, backyard babies & co. zusammengeklaut. dass psychobilly-bands nach 5 bis 6 liedern einfach nur noch langweilen, zeigte sich
dann bei evil devil. schön gestylt aber bis auf ein richtig geiles stück ("you must die") ziemlich öder stoff. ich ertrank
meinen frust im radler. die oi!-"legende" the business als einer der headliner waren dann einfach nur noch überflüssig und an
belanglosigkeit kaum zu unterbieten. alte männer, die über way of life, saufen und fussball singen, sind mir irgendwie zuwider. ich hätte
etwas mehr erwartet, but this was not my cup. bei den holländischen mark foggo & the skasters (ein ganz guter entertainer, kann das sein?)
entschwinden so langsam die erinnerungen, die aber beim bandnamen dumbell potzblitz wieder hochkommen. eine verdammt coole band, muss ich ehrlich
zugeben. feinster highspeed-punk'n'roll, wie ihn nicht mal die cellophane suckers hinbekommen. ganz schön roh & evil, aber vor allem schnell
& fetzig; ergo: grosse band ! ob und wenn ja wie les baton rouge gespielt haben, weiss ich nicht mehr. im zelt bin ich dann etwa gegen 5 uhr in
der frühe gelandet, auf alle fälle war es da schon wieder taghell. am nächsten tag um 10 uhr aufgewacht (incl. rasendem kopfschmerz),
zum naheliegenden freibad geschleppt, bis 16:00 rumgedöst und dann wieder richtung festivalgelände aufgebrochen, weil ich davon ausging,
dass die revolvers bereits 16 uhr spielen würden, aber nix war - nach dem opener fireaamd folgten erst cause on juvenile (relativ brauchbarer
hc, wofür sich in der sengenden hitze (etwa 32°c) allerdings nicht wirklich jemand interessierte....), dann die schwedischen the negatives
(trotz dröhnender kopfschmerzen ziemlich guter streetpunk mit merkwürdigen gitarristen im napalm death-verschnitt), im anschluss souls on
fire (besser pennen....) und dann erst die glampunkgötter von den revolvers. wie immer mit guter show und beschissenem sound, unter dem viele
bands zu leiden hatten. die schüttelten aber trotzdem echt einen hit nach dem anderen aus dem ärmel und marc's stimme ist ja wohl supersexy,
oder ? schön schmalziger punkrock, wie ich ihn mag. allerdings war auch ich nicht in bester feier- (und erst recht nicht trink-) laune, da mir noch
immer das bier vom vorabend kopfschmerzen und völlegefühl bereiteten. aber man ist schließlich selbst schuld.... danach fabrizierten
sich the backseats aus chemnitz mit etwas gewöhnungsbedürftigen sound ala rocket from the crypt, gefiel mir aber recht gut. church of confidence,
leider mit zuvielen neuen stücken und zu wenigen tracks vom letzten album, aber dennoch eine bank, was musikalische qualitäten anbelangt. es ist
immer wieder faszinierend, was das trio für einen coolen rock'n'roll-punk-sound hervorzaubert. die guitar gangsters fand ich dann im gegensatz zu den
langweilern von business sehr gut und auch unterhaltsam, nur leider etwas kurz. die fabrizieren meiner meinung nach etwas "punkrockigeren"
the boys-sound, wie ihn heute bands wie (bspw.) die vanilla muffins spielen. wirklich sehr hörenswert, auch wenn man auf der bühne das ein
oder andere graue haar entdecken konnte. auf mad sin, die ich bis dato noch nie live gesehen hatte, war ich dann auch sehr gespannt und die legten dann
auch mit deutlich mehr power als evil devil am vortag einen sehr geilen gig hin. eine sehr gute show von köfte und ein fantastischer kontrabasser
(heisst das so ?) sorgten für ordentlich stimmung und kurzweil unter der grossen meute, wobei bemerkenswerterweise sogar psychos aus polen angereist
waren. werde mir wohl mal bei gelegenheit was von denen auf lp besorgen. die schwäbischen spicy roots waren dann nur noch penetrant
("maaaaaaanuuuueeeeeel, was sagst du dazu ??" der sänger war echt die reinste nervensäge....), da sowieso jeder nur noch auf die
ramon...äh rämouns wartete, die als letzte band im zelt spielen sollten. nachdem man schliesslich die spicy roots überlebt hatte
(ich hatte den eindruck, dass sie 3 stunden gespielt hätten), ging es dann etwa 10 minuten später mit den rämouns los. die sorgten
dann mit einer (musikalisch als auch gesanglich) täuschend echten 1:1-kopie der echten ramones noch für eine gelungene abschiedsparty,
incl. perücken, originalgestik & -mimik und natürlich den hunderten hits von "rockaway beach" über "pet
cemetary", "rock'n'roll radio" und "i wanna be sedated" bis hin zu "blitzkrieg bop" oder "sheena is a
punkrocker". die letzten minuten der band nutzte ich schließlich als einschlafmusik im zelt auf dem idyllischen acker. leider konnte
ich mich während des gesamten festivals nicht aufraffen, mal ein paar fotos von den guten bands zu schießen, obwohl der apparat die
ganze zeit griffbereit in meiner hosentasche schmorte. egal - es war gut und wir kommen gerne wieder! Seb.
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